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Foto Autorinnen Anne-Dore Krohn und Wiebke Nieland

Foto: Sarah Johanna Eick

Worum geht es in der Gespensterzentrale?

In jedem Band reisen Kinder mit einem Gespensterkind in dessen Vergangenheit zurück. Dort haben sie einen Tag lang Zeit, um einen Fall oder ein Rätsel zu lösen. Der erste Band spielt zum Teil im Jahr 1897, der zweite 1946 und der dritte 1929 usw., so dass die Buchreihe nach und nach davon erzählt, wie Kinder früher gelebt haben – aber es geht auch um Alltagssorgen in der Gegenwart, um Freundschaften, Familien, Angst und Mut.

Sind es in jedem Band andere Kinder oder gibt es wiederkehrende Figuren?

Die Hauptfiguren sind Yunis und Fritzi. Yunis zieht mit seinen Eltern neu im Vorderhaus ein, Fritzi und ihr kleiner Bruder wohnen mit ihrer Mutter im Hinterhaus. Am Anfang können sich Fritzi und Yunis eigentlich nicht leiden, doch dann tanzen ihnen die Plagegeister im Haus so auf der Nase herum, dass sie die Gespensterzentrale gründen, und das spricht sich unter den Gespensterkindern schnell herum. 

Wieviel an der Geschichte ist ausgedacht?

Wir sind ja Journalistinnen und haben die historischen Lebensumstände genau recherchiert, zum Beispiel Lottes Arbeitszeiten als Dienstmädchen in der Kaiserzeit oder ihre Kleidung. Bei netten Familien bekamen Hausangestellte nicht nur „Dienstbotenbutter“, sondern dieselbe Kost wie die „Herrschaften“. Dazu Weißbrot, was damals als das Beste aller Brote galt. Diese Feinheiten waren uns beim Schreiben wichtig. Das Setting beruht in jedem Band auf historischen Fakten, die Figuren sind aber ausgedacht. Wobei Theodor Fontane einen kleinen Cameo-Auftritt nachts im Tiergarten hat...

Wie seid ihr auf die Gespensterzentrale gekommen?

In der Corona-Zeit saßen wir auf Anne-Dores Balkon und haben überlegt, welche Geschichten wir und unsere Kinder selber mögen. Und dann haben wir gesammelt: Detektivgeschichten mit Kindern, die sich was trauen, aber auch ängstlich oder wütend sein dürfen. Bloß nicht belehrend, aber etwas Geschichte darf auch drin vorkommen, vielleicht sogar eine Zeitreise? Und dann – das war ein bisschen gespenstisch! – war die Idee plötzlich da: Gespensterkinder, die in einem alten Haus herumspuken, und jedes bringt ein Problem und seine ganz eigene Geschichte mit. 

Wie ist es überhaupt, zu zweit zu schreiben?

Das ist toll, jedenfalls für uns! Wir haben uns beim Radio kennengelernt und gegenseitig unsere Texte redigiert.

Da waren wir sofort auf einer Wellenlänge. Seitdem träumen wir davon, zusammen Bücher zu machen. Unser Alltag mit Beruf und Familie ist aber ganz schön voll. Deswegen ziehen wir uns ab und zu ein paar Tage zurück. Wir gehen spazieren und reden viel, planen und plotten und dann setzt sich jede an ihren Laptop und schreibt los. Ist jemand so effektiv wie zwei berufstätige Mütter? Allerdings hat es fast sechs Jahre von unserer ersten Idee bis zum gedruckten Buch gedauert, und zu zweit war es einfacher, diesen langen Atem zu bewahren.

Und wie geht es jetzt weiter?

Im zweiten Band geht es mit dem Gespensterjungen Hans zurück in die Nachkriegszeit, ins Jahr 1946. Hans ist der Sohn eines Tierpflegers und lebt im zerstörten Berliner Zoo. Sein bester Freund ist das Nilpferd Knautschke – aber wie bekommt man den nur satt, mit dem wenigen, was es damals zu essen gab? Nebenbei erzählen wir von einer Zeit der Lebensmittelmarken, als Kinder ohne Schuhe herumliefen, die Väter aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten und von der ersten Zoodirektorin Deutschlands, Katharina Heinroth, die den Berliner Zoo mit viel Verhandlungsgeschick wieder aufbaute.

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